Schmelzhypomineralisation bei bleibenden ersten Molaren. Eine klinische, histo-morphologische und biochemische Studie

Hypomineralisation in den bleibenden ersten Molaren war in einer Gruppe von 516 schwedischen 8-jährigen Kindern häufig. Fünfundneunzig Kinder (18,4 %) hatten mindestens einen Molaren mit abgegrenzter Trübung. Die Schneidezähne wiesen häufig gleichzeitig Trübungen auf. Die durchschnittliche Anzahl der hypomineralisierten Zähne der betroffenen Kinder betrug 3,2 (SD 1,8), von denen 2,4 erste Molaren waren. Sechseinhalb Prozent der Kinder hatten schwere Defekte, 5 % hatten mäßige Defekte, während 7 % nur leicht hypomineralisierte Zähne aufwiesen. Bei fünfzehn Prozent war mehr als ein Zahn betroffen, was auf eine systemische Verursachung hinweist. Die betroffenen Kinder, vor allem die Jungen, hatten Berichten zufolge im ersten Lebensjahr mehr gesundheitliche Probleme, insbesondere Asthma (allerdings nur in 4 Fällen). Die Stillanamnese war bei Kindern mit und ohne Zahnschmelzdefekte ähnlich. Die Kinder mit schwerwiegenden Zahnschmelzdefekten hatten im Alter von neun Jahren fast zehnmal so häufig eine zahnärztliche Behandlung ihrer ersten Backenzähne hinter sich wie die Kinder der gesunden Kontrollgruppe. Im Vergleich zu den Kontrollkindern waren Verhaltensstörungen sowie Zahnbehandlungsangst und -furcht weit verbreitet. Nicht entmineralisierte Abschnitte von 73 bleibenden ersten Backenzähnen, die aufgrund einer starken Hypomineralisierung des Zahnschmelzes gezogen worden waren, wurden mit polarisiertem Licht untersucht. Die hypomineralisierten Bereiche erstreckten sich von den Höckern zervikal und umfassten etwa die Hälfte der bukkalen und lingualen Seite. Die zervikale Grenze zum normalen Schmelz war gut definiert und folgte hauptsächlich den Linien von Hunter-Schreger. Die hypomineralisierten Zonen waren von dünnem, gut mineralisiertem Schmelz bedeckt. Die Konzentrationsgradienten für F, Cl, Na, Mg, K und Sr im hypomineralisierten Schmelz wurden mittels Sekundärionen-Massenspektrometrie (SIMS) analysiert und durch eine Analyse der Hauptmatrixelemente O, P und Ca mittels Röntgenmikroanalyse (XRMA) ergänzt. Hypomineralisierter Schmelz wies einen höheren Gehalt an C auf. Die Ca- und P-Konzentration war im Vergleich zu normalem Schmelz niedriger. Das mittlere Ca/P-Verhältnis in hypomineralisierten Bereichen war signifikant niedriger (1,4) als das mittlere Ca/P-Verhältnis im angrenzenden normalen Schmelz (1,8).

Leave a Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.