Maifeiertag in Frankreich: Arbeitnehmerrechte und Maiglöckchenblüten

Der Maifeiertag oder La Fête du Travail ist in vielen Ländern ein gesetzlicher Feiertag, so auch in Frankreich. Er ist ein Anlass, um die Rechte der Arbeitnehmer zu feiern, aber auch, um seinen Lieben Maiglöckchen zu schenken!

Hintergrund

Für Millionen von Arbeitnehmern in aller Welt ist der erste Mai ihr Tag! Ende des 19. Jahrhunderts hatten die amerikanischen Gewerkschaften die Nase voll davon, dass die Arbeiter unter gefährlichen Bedingungen und für wenig Geld überarbeitet wurden. So traf sich 1884 die Federation of Organized Trades and Labor Unions in Chicago und stellte eine wichtige Forderung: den Achtstundentag! Und am 1. Mai 1886 traten über 300 000 amerikanische Arbeiter in den Streik. Drei Tage später versammelten sich Tausende von Streikenden auf dem Haymarket-Platz, wo es zu Ausschreitungen zwischen Polizisten und Arbeitern kam. Eine Bombe wurde in die Menge geworfen, wobei mehrere Menschen ums Leben kamen. Dies wurde als Haymarket-Massaker bezeichnet. Seitdem ist der 1. Mai in vielen Ländern der Welt der Internationale Tag der Arbeit (manchmal auch Tag der Arbeit). Zwar hat der 1. Mai in jedem Land eine andere Geschichte, aber alle gedenken derer, die ihr Leben für die Gerechtigkeit der Arbeiter geopfert haben und weiterhin opfern.

Tag der Arbeit in Frankreich

Wie in vielen Ländern der Welt ist der 1. Mai auch in Frankreich ein gesetzlicher Feiertag. Er ist der einzige Tag im Jahr, an dem die Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtet sind, Urlaub zu nehmen (mit Ausnahme einiger Berufe, die nicht unterbrochen werden dürfen, wie zum Beispiel in Krankenhäusern oder im öffentlichen Verkehrswesen). Auch wenn der Achtstundentag in Frankreich offiziell am 23. April 1919 eingeführt wurde, veranstalten die Gewerkschaften noch immer jedes Jahr landesweite Paraden zur Verteidigung der Arbeitnehmerrechte. In Frankreich wird der 1. Mai auch als La Fête du Muguet (Tag der Maiglöckchen) bezeichnet, da die Menschen traditionell Blumensträuße an ihre Liebsten verschenken, insbesondere in Paris… aber warum? Nun, diese Tradition geht auf das Jahr 1561 zurück. König Karl IX. von Frankreich erhielt am 1. Mai ein Maiglöckchen geschenkt. Sie gefielen ihm so gut, dass er beschloss, den Damen an seinem Hof jedes Jahr am 1. Mai Maiglöckchen zu schenken. Maiglöckchenblüten haben also nichts mit Arbeitern zu tun, aber der französische Sinn für Romantik hat es möglich gemacht!

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