Die Änderung der Terminologie in 'Menschen mit Fettleibigkeit' wird

Die British Psychological Society fordert Änderungen in der Art und Weise, wie wir über Fettleibigkeit sprechen. Sie schlägt vor, nicht mehr den Ausdruck „fettleibige Menschen“ zu verwenden, sondern stattdessen „Menschen mit Fettleibigkeit“ oder „Menschen, die mit Fettleibigkeit leben“.

Diese Änderungen werden vorgeschlagen, um anzuerkennen, dass Fettleibigkeit keine Frage der persönlichen Entscheidung ist und dass Fettschämen und Fettstigmatisierung schädlich sind.

Diese vorgeschlagene Sprachänderung basiert jedoch auf der Vorstellung, dass Fettleibigkeit eine Krankheit ist, die geheilt werden muss, und dass dicke Menschen kein natürlicher Teil der Welt sind. Dadurch wird die Stigmatisierung eher noch verstärkt, als dass sie verhindert wird.

Wie wirken sich Stigmatisierung und Scham auf dicke Menschen aus?

Das Stigma der Fettleibigkeit kann der körperlichen und geistigen Gesundheit sowie den Beziehungen der Menschen schaden.

Unabhängig vom Body-Mass-Index (BMI) erhöht die Stigmatisierung von Dicken den Blutdruck, Entzündungen und den Cortisolspiegel im Körper, was auf die Aktivierung der Kampf- oder Fluchtreaktion zurückzuführen ist.

Die Stigmatisierung von Fett verringert das Selbstwertgefühl und verstärkt Depressionen. Es isoliert dicke Menschen und macht es unwahrscheinlicher, dass sie sich auf die Welt einlassen. Es wirkt sich auch auf die Beziehungen von dicken Menschen zu Familie, Kollegen und Freunden aus.

Das Stigma der Dicken untergräbt das Selbstwertgefühl und isoliert die Menschen. Motortion Films/

Menschen auf der ganzen Welt und in allen Altersgruppen haben eine negative Einstellung zu Dicksein und dicken Menschen. In einer Studie in den Vereinigten Staaten gab zum Beispiel mehr als ein Drittel der Teilnehmer an:

Eines der schlimmsten Dinge, die einem Menschen passieren können, wäre es, fettleibig zu werden.

Wie die Terminologie die Stigmatisierung verstärkt

Während viele Menschen sich mit dem Begriff „fett“ unwohl fühlen, bevorzugen Fettaktivisten diesen Begriff. Sie sehen es als einen Akt der Rebellion – ein Wort anzunehmen, das gegen sie verwendet wurde – aber auch, weil sie argumentieren, dass es das am besten geeignete Wort ist, um ihren Körper zu beschreiben.

Übergewicht impliziert, dass es ein natürliches Gewicht gibt; dass wir innerhalb der menschlichen Vielfalt alle das gleiche Verhältnis von Größe und Gewicht haben sollten.

Fettleibigkeit ist ein medizinischer Begriff, der den dicken Körper pathologisiert hat. Die Anerkennung der British Psychological Society, dass man nicht von „fettleibigen Menschen“, sondern von „Menschen mit Fettleibigkeit“ sprechen sollte, unterstreicht, dass Fettleibigkeit eine Krankheit ist; eine chronische Krankheit, an der Menschen leiden.

Der Wunsch der British Psychological Society, zu einer an der Person orientierten Sprache überzugehen, ist verständlich. Die personenzentrierte Sprache ist ein Versuch, Menschen nicht in erster Linie über ihre Krankheit, ihre Behinderung oder andere abweichende Faktoren zu definieren.

Die personenzentrierte Sprache erkennt den Menschen als Individuum an, das ein Recht auf Würde und Pflege hat, und stellt die Person und nicht ihren „Zustand“ in den Vordergrund.

Andere argumentieren, dass die personenzentrierte Sprache versucht, den Aspekt der Person, der nicht „normal“ ist, auszulöschen, zu verleugnen oder zu ignorieren, und verstärkt, dass es etwas Schändliches oder Entmenschliches an ihrer Behinderung oder Krankheit gibt.

Sie fördern eine identitätsorientierte Sprache, die es den Menschen erlaubt, stolz auf das zu sein, was sie sind, anstatt eine Person von diesem Aspekt ihrer selbst zu trennen.

Das Problem mit einer Sprache, die die Person in den Vordergrund stellt, ist, dass diese Identitäten stigmatisiert werden. Aber ohne diese Stigmatisierung gäbe es keine Bedenken, jemanden als behinderte Person zu bezeichnen, anstatt ihn als Person mit Behinderung zu bezeichnen.

Was sollten wir also tun?

Fragen Sie die Menschen, wie sie genannt werden wollen. Rawpixel.com/

Der beste Ansatz, vor allem für Angehörige der Gesundheitsberufe, ist, die Menschen zu fragen, wie sie lieber genannt werden möchten.

Und für den Rest von uns gilt: Wie eine Person genannt werden möchte oder wie sie über ihre Erfahrungen sprechen möchte, ist ihre Sache, nicht unsere. Wenn eine dicke Person sich selbst als fett bezeichnen will, ist es nicht an den nicht-dicken Menschen, sie zu korrigieren.

Eine Änderung der Sprache, die wir verwenden, um über Dicksein und dicke Menschen zu sprechen, kann das Stigma des Dickseins verringern. Aber Fettheit weiterhin als Krankheit darzustellen, ist kein hilfreicher Beitrag.

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